Spielerische Unterstützung

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Sassenberg. „Mit Ergotherapie zu mehr Selbstständigkeit“ – unter diesem Thema stand am Mittwochabend ein Vortrag des Familienzentrums, für den die Organisatoren Ergotherapeutin Ulla Hüffer als Referentin gewinnen konnten.  In allen Bereichen des Lebens sei es wichtig, selbstständig agieren zu können, zunächst beim Waschen, Anziehen und Zähne putzen oder später bei der eigenständigen Berufsauswahl. Ergotherapie soll die Kinder in der Entwicklung ihrer Selbstständigkeit und Handlungsfähigkeit spielerisch unterstützen. Sie ist ein anerkanntes Heilmittel, das von den Ärzten verordnet wird und deren Kosten die Krankenkassen übernehmen.
Etwa zehn bis 15 Prozent aller Kinder in Deutschland leiden an graphomotorischen Störungen. Neben den Auswirkungen auf die schulischen Leistungen des betroffenen Kindes beeinflussen sie auch sein tägliches Leben: Die Kinder versuchen, feinmotorischen Tätigkeiten aus dem Weg zu gehen. Beim Spielen mit Gleichaltrigen führt dies häufig zu sozialen Konflikten. Die Aufgabe der Ergotherapie besteht dann darin, die Defizite so gut wie möglich auszugleichen und die Entwicklungsverzögerungen der Kinder durch spielerische Übungsformen aufzuholen.


Die Behandlung erfolgt meist im Rahmen von Einzeltherapieeinheiten. Dabei spielt aber vor allem der Spaß eine große Rolle, wie Ulla Hüffer erklärt: „Die meisten Kinder gehen gerne zur Ergotherapie. Sie spüren die kleinen Erfolge und entwickeln dadurch nicht nur den Ehrgeiz, sondern auch die Freude an feinmotorischen Tätigkeiten wie Basteln, Malen und Schreiben.“ Durch Einbeziehung der Eltern können diese ihre Kinder besser verstehen und im Alltag gezielter fördern, aber auch fordernd unterstützen.

Außerdem appellierte Ulla Hüffer an die Eltern, die Kinder zu Bewegung, Sport und Spiel zu animieren. Denn wird die Bewegungsentwicklung nicht ausreichend gefördert, kann es zu Haltungsschäden, chronischen Krankheiten und insgesamt einer verzögerten Entfaltung des Kindes kommen.

„Ergotherapie und Spielen werden oft in einem Atemzug genannt, denn Spielen ist bei Kindern eine grundlegende Tätigkeit. Über das Spiel kann soziales Verhalten erlernt und verbessert werden. Ebenso die Geschicklichkeit, Aufmerksamkeit und Ausdauer. Oder angemessenes Verhalten bei Frustrationen,“ erklärt die Ergotherapeutin aus Warendorf.

Ein weiterer Teil des Referats beschäftigte sich am Mittwochabend mit dem Thema „ADHS“. Immerhin leiden in Deutschland etwa drei bis sieben Prozent aller Kinder an dem Syndrom. Zu einem Großteil sind die Ursachen genetisch bedingt, aber auch Umfeldbedingungen können dazu führen. In der Ergotherapie wird ein auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes ausgerichteter Behandlungsplan festgelegt. Durch Üben von Situationen, die dem Kind typischerweise schwer fallen, können die Defizite langfristig überwunden werden. Im Anschluss an den Vortrag stand Ergotherapeutin Ulla Hüffer den Interessierten Rede und Antwort.

Quelle: http://www.ahlener-zeitung.de/lokales/kreis_warendorf/sassenberg/670038_Spielerische_Unterstuetzung.html